Schäferin - ein Kindheitstraum

Wie sieht der Traumjob von Claudia aus - mit ihren Schafen, ihren Hütehunden & der Natur?!

Bei vielen Men­schen steht die Erfah­rung in der Kind­heit oft an erster Stelle, wenn es um die Berufs­wahl geht. Aber manch­mal ist die Liebe zur Natur ein­fach vor­han­den. So wie bei Clau­dia. Mit 18 Jahren erhält sie ihr erstes Haus­tier - ein Labra­dor­rü­den. Neben ihrer Aus­bil­dung zur Steu­er­fach­an­ge­stell­ten ver­wirk­licht sie ihren Traum und arbei­tet nach der Büro­zeit bei einem Schä­fer. Seine Schafe begeis­tern sie. Bei jedem Wetter mit ihnen und den Hüte­hun­den drau­ßen in der Natur zu sein – für sie ist klar: das ist mein Traum­job!

Was macht den Reiz von Schafen aus?

Schafe sind nicht nur sehr nütz­li­che Tiere im Kreis­lauf der Bio­di­ver­si­tät. Sie bauen zu ihren Schä­fe­rIn­nen ein enges Ver­hält­nis auf. Die Erfah­rung bei ihrem Lehr­schä­fer zeigt ihr was mög­lich ist. Mit Anfang Zwan­zig star­tet sie ihre eigene Schaf­zucht.

„Die Ost­preu­ßi­sche Skudde ist eine sehr alte und robus­te Nutz­tier­ras­se. Meine Schafe leben ganz­jäh­rig auf der Weide, auch bei Schnee und Kälte. Schon die Lämmer sind von Geburt an drau­ßen. Leider ist diese Rasse vom Aus­ster­ben bedroht. In den 1940er Jahren lebten nur noch sehr wenige Exem­pla­re in einem Tier­gar­ten. Sie sind damals in Ver­ges­sen­heit gera­ten, weil sie sehr klein und genüg­sam sind. Des­halb waren sie nicht von Inter­es­se für die Fleisch­in­dus­trie und Schaf­wol­le wurde in dieser Zeit aus Aus­tra­li­en impor­tiert. Mit meiner Züch­tung leiste ich einen wich­ti­gen Bei­trag zum Erhalt dieser Tiere.“

Was ist die schönste Jahreszeit mit den Schafen?

Das ist für Clau­dia die Lamm­zeit. Von Anfang April bis Juni ist sie Tag und Nacht mit ihren Scha­fen zusam­men. Damit sie immer zur Stelle ist, wohnt sie in dieser Zeit in einem Wohn­wa­gen direkt auf der Wiese. Schlaf ist in dieser Zeit Man­gel­wa­re, denn es kommt vor, dass die Mut­ter­scha­fe ihre Lämmer nicht anneh­men. Dann zieht Clau­dia sie mit der Fla­sche groß. In einem Jahr waren es mal acht ‚Fla­schen­kin­der‘. Eine anstren­gen­de Zeit aber die Bin­dung, die so in den ersten Mona­ten ent­steht, ist eine wun­der­schö­ne Beloh­nung. Die ‚Fla­schen­kin­der‘ sind auch heute noch die Ersten, die auf Clau­dia zustür­men, wenn sie die Wei­de­flä­che betritt.

Claudias Schafe und ihre Persönlichkeiten

„Jedes Schaf bekommt von mir nach der Geburt einen Namen. Ange­fan­gen habe ich mit Namen von Süßig­kei­ten wie Twix, Oreo, Sni­ckers, Rafa­el­lo und Cam­pi­no. Mitt­ler­wei­le sind es auch Geträn­ke­na­men wie Ginger Ale, Bitter Lemon, Rama­zot­ti und Ovo­mal­ti­ne.“

So unter­schied­lich wie die Namen ist auch das Aus­se­hen dieser Schaf­ras­se. Es gibt phä­no­ty­pi­sche Woll­fär­bun­gen in Weiß, Braun, Beige, Grau, Schwarz, Gescheckt oder auch drei­far­big. Mal ist die Wolle gelockt oder auch glatt. Einige weib­li­che Ost­preu­ßi­sche Skud­den haben Hörner andere nicht. Sie sind eine beson­de­re Rasse und begeis­tern Clau­dia immer wieder.

Der Start als Schäferin– was gehört dazu?

Clau­dia arbei­tet sich Schaf um Schaf an ihre Herde und ihre Schä­fe­rei heran. Als Steu­er­fach­an­ge­stell­te schafft sie erst­mal die finan­zi­el­le Basis und star­tet mit 10 Tieren auf einer gepach­te­ten Wei­de­flä­che. Unter­stüt­zung gibt es von ihrem Mann und der Fami­lie, die auch das mobile Stall­haus für kranke Tiere bauen. Nach und nach kauft Clau­dia pas­sen­de Ost­preu­ßi­sche Skud­den dazu und züch­tet so ihre eigene Herde mit fast 100 Scha­fen.

„Die erfül­len­de Arbeit mit meinen Tieren bedeu­tet auch viele schlaf­lo­se Nächte und keinen Urlaub. Eine Ver­tre­tung für meinen Arbeits­ein­satz gibt es nicht. Jeden Tag müssen meine Schafe auf den ver­schie­de­nen Weiden ver­sorgt und umsorgt werden. Oder es gibt mal wieder einen Not­fall, bei dem ich spon­tan eine Ent­schei­dung zu fällen habe. Diese Ver­ant­wor­tung kann und will ich nicht abge­ben. Am Ende des Win­ters nach vielen Arbeits­stun­den drau­ßen im Dun­keln und in der Kälte, ja - da ist meine Ener­gie schon mal unten. Aber dann kommt die Lamm­zeit und alles ist wieder ver­ges­sen.“

Wie sehen die Fortbildungen als Schäferin aus?

Seit ihrer ersten Erfah­rung als 'Probe' Schä­fe­rin hat Clau­dia viele Qua­li­fi­ka­tio­nen und Aus­bil­dungs­schrit­te gemacht. Einen Still­stand gibt es für sie nicht. Mit ihrer Wei­ter­bil­dung zur Schaf­sche­re­rin geht sie im späten Früh­jahr ihren Scha­fen an die Wolle und ver­kauft die schö­nen Vliese an Men­schen, die die beson­de­ren Qua­li­tä­ten der Wolle zu schät­zen wissen. Es ent­ste­hen vegane gefilz­te Felle oder die Roh­wol­le wird kar­diert, ver­spon­nen und zu wär­men­den Ein­zel­stü­cken ver­strickt.

„Die Schaf­schur­wo­che ist schon super anstren­gend. Aber die Schafe benö­ti­gen diese Schur, damit ihre Wolle nicht ver­filzt. Eine Käu­fe­rin hat mir ein tolles Paar Hand­schu­he gestrickt. Damit habe ich selbst bei Schnee und Minus­tem­pe­ra­tu­ten bei der Arbeit auf den Weiden immer warme Hände."

Bei Scha­fen gibt es auch einige Krank­heits­sym­pto­me, die sofort behan­delt werden müssen. Des­halb hat Clau­dia immer einen klei­nen Not­fall­kof­fer im Wagen um direkt Ver­let­zun­gen, Koli­ken, Augen­ent­zün­dun­gen oder Wunden zu behan­deln.

Wie sieht die Beziehung zwischen Schaf, Schäferin und Hütehund aus?

Zur Schaf­zucht und Schä­fe­rei gehö­ren auch Hüte­hun­de. Clau­dia hat ihre ‚Working Kel­pies‘ gesucht und gefun­den. Durch ihre Aus­bil­dung zur Hun­de­trai­ne­rin und ihrer inten­si­ven Arbeit mit den Hunden ist sie eine gefrag­te Trai­ne­rin. Fremde Hüte­hun­de lernen bei ihr, wie sie eine Schaf­her­de beob­ach­ten und hüten müssen und dass sie nicht vor­bei­fah­ren­den Fahr­rad­fah­rern und Autos hin­ter­her­lau­fen. In ihren selbst­ge­bau­ten ‚Hüte-Par­cours‘ erpro­ben die Hunde die Basics, die sie von Clau­dia gelernt haben. Zu beob­ach­ten wie ein­ge­spielt Clau­dia und ihre Phoebe die Schafe auf der Wiese lenken, ist sehr beein­dru­ckend. Clau­dia flüs­tert nur und schon wird das kleine aus­ge­ris­se­ne Lamm von Phoebe zur Herde zurück­ge­bracht.

„Die Schaf­schur­wo­che ist schon eine super anstren­gend. Aber die Schafe benö­ti­gen diese Schur, damit ihre Wolle nicht ver­filzt. Eine Käu­fe­rin hat mir ein tolles Paar Hand­schu­he gestrickt. Damit habe ich selbst bei Schnee und Minus­tem­pe­ra­tu­ten bei der Arbeit auf den Weiden immer warme Hände."

Bei Scha­fen gibt es auch einige Krank­heits­sym­pto­me, die sofort behan­delt werden müssen. Des­halb hat Clau­dia immer einen klei­nen Not­fall­kof­fer im Wagen um direkt Ver­let­zun­gen, Köl­li­ken, Augen­ent­zün­dun­gen oder Wunden zu behan­deln.

Wie sieht die Beziehung zwischen Schaf, Schäferin und Hütehund aus?

Zur Schaf­zucht und Schä­fe­rei gehö­ren auch ihre Hüte­hun­de. Sie hat ihre ‚Working Kel­pies‘ gesucht und gefun­den. Durch ihre Aus­bil­dung zur Hun­de­trai­ne­rin und die inten­si­ve Arbeit mit ihren Hunden ist sie jetzt eine gefrag­te Trai­ne­rin. Fremde Hüte­hun­de lernen bei ihr, wie sie eine Schaf­her­de beob­ach­ten und hüten müssen und nicht vor­bei­fah­ren­den Fahr­rad­fah­rern und Autos hin­ter­her­lau­fen. In ihren selbst­ge­bau­ten ‚Hüte-Par­cours‘ erpro­ben die Hunde die Basics, die sie von Clau­dia gelernt haben. Zu beob­ach­ten wie ein­ge­spielt Clau­dia und ihre Phoebe die Schafe auf der Wiese lenken, ist sehr beein­dru­ckend. Clau­dia flüs­tert nur und schon wird das kleine aus­ge­ris­se­ne Lamm von Phoebe zur Herde zurück­ge­bracht.

„Wenn ich Leute mit ihren Hunden schrei­en höre, dann muss ich immer schmun­zeln. Hunde hören ja viel besser als Men­schen. Oft haben Hal­te­rIn­nen nicht mal dieses Basis­wis­sen. Leider gibt es viele Hunde die frei laufen ohne Grund­ge­hor­sam. Diese Hunde sprin­gen oft­mals in meine abge­steck­ten Schaf­wie­sen. Das Tra­gi­sche daran ist aber das Schafe schreck­haft sind. Sie werden von diesen Hunden oft so gejagt, dass sie voller Panik in den leich­ten Elek­tro-Maschen­zaun rennen und sich manch­mal dort mit ihren Hör­nern oder Beinen ver­ha­ken. Wenn ich nicht direkt von den Hun­de­hal­tern oder Ämtern ange­ru­fen werde, muss ich später ein totes Schaf aus dem zer­stör­ten Zaun­ge­flecht her­aus­ho­len. Das tut sehr weh und ist emo­tio­nell und auch finan­zi­ell ein schwe­rer Ver­lust für mich.“

Was bedeutet die Beweidung durch die Schafe?

Schafe tragen die Samen vieler Pflan­zen weiter, sie düngen nicht nur den Boden, son­dern sie lockern ihn auch auf. Leider wird diese Land­schafts­pfle­ge nicht vom Land NRW finan­zi­ell unter­stützt. Die Wei­de­be­sit­zer beauf­tra­gen Clau­dia, dass ihre Schafe die Wie­sen­flä­chen 'mähen' und erhal­ten gleich­zei­tig eine Dün­gung. Oft genug gibt es aber keine Bezah­lung für den Arbeits­ein­satz von Clau­dia. Sie muss ihre Schafe mit ihrem Vieh­an­hän­ger auf die Weiden fahren und nach 1-2 Woche weiter zur nächs­ten Wiese trans­por­tie­ren. Dort stellt sie wieder ihre trag­ba­ren Solar­pa­nee­le für den schüt­zen­den Elek­tro­zaun auf. Jeden Tag fährt sie zu den ver­schie­de­nen Wei­de­flä­chen und kon­trol­liert ihre Schafe, den Zaun, die Schutz­hüt­ten, Salz­bot­ti­che und Was­ser­trö­ge.

Wie kann ich mit den Schafen und der Schäferei Geld verdienen?

Als Züch­te­rin ist Clau­dia bekannt. Sie ver­kauft ihre Schafe aber nur an Men­schen, die ihre Tiere als Berei­che­rung sehen. Sie schaut wie­viel Platz vor­han­den ist und was ihre Schafe leis­ten können. Dann stellt sie eine har­mo­ni­sche Gruppe zusam­men, denn sie kennt ihre Tiere und ihre Eigen­ar­ten. Seit Sep­tem­ber haben fünf ihrer Schafe auf einer 2000 m² Wiese an einem Wohn­haus im nahe­ge­le­ge­nen Bel­gi­en ein neues Zuhau­se gefun­den. Über den Verein für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung BiNE e.V. bietet Clau­dia Schaf-Paten­schaf­ten an. Fotos, Videos, Besu­che oder mal Kaffee & Kuchen mit den Scha­fen auf der Wiese sind ihr Dan­ke­schön an die Paten. Auch Kin­der­gar­ten- und Schul­grup­pen besu­chen die Schä­fe­rei und erfah­ren haut­nah etwas über die Schafe und ihre Arbeit.

Wie wird die private Schäferei unterstützt?

Das Land NRW stuft die Schä­fe­rei und den Erhalt einer aus­ster­ben­den Nutz­tier­ras­se als Pri­vat­ver­gnü­gen, als ein 'Hobby' ein, aber es gibt viele Vor­schrif­ten zu beach­ten. Beim Ver­kauf sind For­mu­la­re aus­zu­fül­len und die Zucht­bü­cher sind kon­form zu ver­wal­ten. Immer wieder füllt Clau­dia detail­lier­te Anträ­ge aus oder arbei­tet sich in geän­der­te Vor­schrif­ten ein. In ande­ren Bun­des­län­dern gibt es Prä­mi­en für jedes neue Mut­ter­tier, aber nicht in Nord­rhein-West­fa­len. 

Warum begeistert Claudia diese anstrengende Arbeit?

Es liegt sicher­lich an der ein­zig­ar­ti­gen Bin­dung zwi­schen Mensch und Tier, die Clau­dia jeden Tag spürt und erlebt. Im Kreis­lauf der Natur sieht sie, was ihre Schafe für den Natur­schutz und die Land­schafts­pfle­ge leis­ten. Wenn du auch mal Phoebe bei ihrer Arbeit mit 'Twix', 'Cor­net­to' oder 'Ginger Ale' erle­ben möch­test, dann über­nimm eine Paten­schaft. Als Teil der Com­mu­ni­ty zeigt dir Clau­dia viele Facet­ten ihrer Schä­fe­rei. Viel­leicht ver­stehst du dann, warum Clau­dia keinen Urlaub braucht. Sie erlebt jeden Tag etwas Beson­de­res - in der Natur - mit ihren Tieren.

Name: Clau­dia Laus­berg


Sie ist: Schä­fe­rin, Schaf­züch­te­rin, Schaf­sche­re­rin, Hun­de­trai­ne­rin


Sie ist zu finden: im Aache­ner Umland, im Drei­län­der­eck Deutsch­land, Bel­gi­en und den Nie­der­lan­den

Sie mag: ihre Mor­gen­rou­ti­ne: die Hunde raus lassen und sich mit einem Kaffee auf dem Weg zu den Scha­fen machen 

"Ein Lieb­lings­rei­se­land habe ich nicht, aber ich würde unheim­lich gerne mal nach Aus­tra­li­en und mir dort das Farm­le­ben anschau­en bzw. es mal mit­er­le­ben!"


Sie bewun­dert: "meine Groß­mutter! Sie hatte immer gute Laune und war sehr ein­fühl­sam. Sie küm­mer­te sich immer um ihre Kinder und Enkel­kin­der - egal in wel­chen Lebens­la­gen oder Kri­sen­zei­ten"


Ihr WIASOLA Tipp: "frau kann alles schaf­fen, du musst an dich selbst glau­ben und ein­fach mal machen"


Ihre 5 Lieb­lings­songs:

  • Von Cas­san­dra Steen ‘Stadt’
  • Von Sarah Conner ‚Wie schön du bist‘
  • Von Sarah Conner ‚Bonnie & Clyde‘
  • Von Xavier Naidoo  ‚Was wir allei­ne nicht schaf­fen‘
  • Von SOPHIA  ‚Schmet­ter­ling‘ 

Zu finden unter:

Clau­dia Laus­berg
Schä­fe­rei
Sheep Farm Come By
Haupt­stras­se,  52146 Wür­se­len 

Hier geht es zu den Paten­schaf­ten für ein Schaf von Clau­dia:

Hier gibt es einen aus­führ­li­chen Film­bei­trag über Clau­dia und ande­ren Schä­fe­rIn­nen

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